Akram kam im Herbst 2015 mit seinem Cousin Ahmad nach Walpershofen. Der 35jährige Rettungsassistent floh von Daraa im Süden Syriens über Jordanien und von Libyen übers Mittelmeer und kam nach Deutschland. Er sagte mal: "Wenn ich geblieben wäre, hätte ich mich entscheiden müssen: in Assads Armee zu dienen oder beim IS. Ich hätte schießen müssen oder wäre erschossen worden. Beides wollte ich nicht. Was sollte ich also tun?"
Er berichtete, dass syrische Flüchtlinge in Libyen schlecht behandelt worden seien.

Ahmad meinte, er hat die ganze Zeit in Libyen kein Wort geredet, viele unberechenbare Menschen/Soldaten hätten mit ihren Gewehren rumgefuchtelt. "Das Beste war, um nichts in der Welt aufzufallen und nur das zu tun, was sie anwiesen." Auf dem Boot wiesen sie die Schlepper an, ihr Gepäck über Bord zu werfen. "Ich trug meine Ausweispapiere und Zeugnisse in einer wasserdichten Tüte an meinem Körper. Den Rest warfen wir über Bord." Als sie in Italien die Polizei am Ufer sahen, hatten alle große Angst. "In allen arabischen Ländern ist die Polizei sehr schlecht. Sie können mit uns machen, was sie wollen. Immer wollen sie Bakschisch. Wenn ihnen unser Gesicht nicht gefällt, ist man ihnen ausgeliefert." 

In Italien hatte Ahmad sein ersten Aha-Erlebnis: "Ich konnte es nicht glauben, die Polizisten waren sehr nett zu uns. Sie spielten mit uns sogar Fußball!"